Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
„Können Sie eigentlich auch Ultraschall simulieren?“
Diese Frage hören wir beim Ingenieurbüro Michaelis in unseren täglichen Beratungsprojekten immer wieder. Die kurze Antwort lautet: Ja, absolut! Wer jedoch versucht, für diese Aufgabe die normalen Standard-Akustik-Tools zu nutzen, läuft numerisch sehr schnell gegen eine Wand.
Obwohl sich Ultraschall physikalisch wie normaler Schall verhält, bringt er in der numerischen Simulation ganz eigene, komplexe Hürden mit sich. In diesem Artikel geben wir einen technischen Einblick, warum herkömmliche Methoden scheitern und wie wir diese Herausforderungen in der Praxis für unsere Kunden meistern.
Warum kann man für Ultraschall nicht einfach die etablierten Standard-Akustik-Interfaces nutzen? Die Antwort liegt in den physikalischen Eigenschaften und den daraus resultierenden Anforderungen an die Hardware:
Um Ultraschall effizient und ressourcenschonend zu simulieren, setzen wir auf COMSOL Multiphysics. Das Acoustics Module der Software bietet hochspezialisierte Interfaces im Zweig "Ultrasound", die genau für diesen Zweck entwickelt wurden:
Anstatt der klassischen FEM basieren diese Interfaces auf der diskontinuierlichen Galerkin-Methode (dG-FEM), die mit einem zeit-expliziten Solver gepaart wird.
Der entscheidende Vorteil bei der Vernetzung: Bei der zeit-expliziten Methode wird der interne Zeitschritt durch die kleinsten Netzelemente limitiert. Die dG-Formulierung glänzt hier in puncto Geschwindigkeit und Effizienz. Da in COMSOL standardmäßig Formfunktionen vierter Ordnung (Quartic) verwendet werden, reicht eine Netzgröße von etwa der halben minimalen Wellenlänge völlig aus.
In der ingenieurtechnischen Praxis hat sich eine Elementgröße von λmin/2 bis λmin/1.5 als optimal erwiesen. Das bedeutet konkret: Sie sparen im Vergleich zur klassischen FEM enorm viel Aufwand bei der Netzgenerierung und reduzieren die Rechenzeit drastisch.
Die speichereffiziente dG-FEM Formulierung ermöglicht es uns, Modelle über große Distanzen (gemessen an der Wellenlänge) zu simulieren. Diese Technologie kommt in hochspezialisierten Industrie- und Forschungsbereichen zum Einsatz. Typische Anwendungen sind:
Als Beratender Ingenieur der IngKH und COMSOL Certified Consultant verbinde ich, Thomas Michaelis, tiefgreifendes theoretisches Wissen mit jahrelanger praktischer Erfahrung. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Bauteile virtuell abzusichern, physikalische Phänomene sichtbar zu machen und Entwicklungskosten zu senken.
Schildern Sie uns Ihr Anliegen – wir melden uns umgehend für ein unverbindliches Erstgespräch bei Ihnen.