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Raumakustik-Messung: So machen wir guten Klang für Sie planbar

Geschrieben von Thomas Michaelis | Mar 16, 2026 7:56:27 PM

Gute Architektur und ansprechende Räume sind nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Doch wie lässt sich unsichtbarer Klang greifbar machen? Eine professionelle raumakustische Untersuchung setzt genau hier an. Sie verknüpft die physikalische Beschreibung des Schallfelds mit den architektonischen Gegebenheiten und der menschlichen Wahrnehmung. Als unabhängiger Dienstleister bieten wir präzise Raumakustik-Messungen an, um die akustische Ist-Situation in Ihren Räumlichkeiten objektiv zu erfassen.

Wie läuft eine Raumakustik-Messung ab?

Um einen Raum akustisch zu bewerten, muss er zunächst kontrolliert mit Schall angeregt werden. Der Ablauf stellt sich in der Praxis wie folgt dar:

  • Wir nutzen ein breitbandiges Signal – beispielsweise ein Rauschsignal oder ein sogenanntes Sweep-Signal (ein gleitender Sinuston) –, das über einen speziellen Messlautsprecher in den Raum gesendet wird.
  • Das Signal wird so lange abgespielt, bis sich ein stabiler Schallpegel im Raum aufgebaut hat, und wird dann abgeschaltet.
  • Ein hochpräzises Messmikrofon zeichnet währenddessen auf, wie der Schall abklingt. Aus diesen Daten lässt sich die sogenannte Impulsantwort des Raums berechnen.
  • Zusätzlich messen wir in der Regel das Grundgeräusch (z. B. durch Lüftungsanlagen oder Verkehr), da dieses die akustische Qualität und insbesondere die Sprachverständlichkeit maßgeblich beeinflusst.

Welche Ergebnisse erhalten Sie?

Die Auswertung der Signale liefert Ihnen objektive, physikalische Parameter. Diese herstellerunabhängigen Messdaten sind die essenzielle Grundlage für jede weitere akustische Planung:

  • Die Nachhallzeit (T20 / T30) und die Early Decay Time (EDT): Die Nachhallzeit beschreibt die Zeitspanne, in der der Schalldruckpegel nach dem Abschalten der Quelle um 60 Dezibel abfällt. In der Praxis werten wir den Pegelabfall meist über 20 oder 30 Dezibel aus und rechnen diesen hoch (T20 oder T30). Ein noch genauerer Indikator für das subjektive Empfinden der Halligkeit ist oft die "Early Decay Time" (EDT). Diese wertet den allerersten Pegelabfall (die ersten 10 Dezibel) aus, der für das menschliche Ohr besonders prägend ist. Die Messungen erfolgen dabei immer frequenzabhängig, typischerweise in Oktavbändern von 125 Hertz bis 4.000 Hertz
  • Die Sprachverständlichkeit (STI): Für Unterrichtsräume, Hörsäle oder Besprechungsräume ist entscheidend, wie gut gesprochene Informationen ankommen. Hierfür nutzen wir den Speech Transmission Index (STI), ein standardisiertes Maß zwischen 0 und 1. Das Verfahren misst, wie stark die Modulation der Sprache durch Nachhall und Störgeräusche auf dem Übertragungsweg verringert wird. Ein STI-Wert unter 0,3 gilt als unbrauchbar für die Kommunikation, Werte nahe 1 stehen für eine hervorragende Verständlichkeit.
  • Spezifische Kenngrößen für Großraumbüros: In offenen Bürolandschaften geht es oft nicht darum, Sprache perfekt zu verstehen, sondern störende Gespräche von Nachbartischen auszublenden. Lärm führt hier schnell zu einer Beeinträchtigung der kognitiven Leistung und stört das Kurzzeitgedächtnis. Wir ermitteln daher Parameter wie den Ablenkungsabstand. Dieser gibt in Metern an, ab welcher Distanz der STI-Wert unter 0,50 sinkt und die Sprache der Kollegen Sie nicht mehr wesentlich von der Arbeit ablenkt. Zudem messen wir die räumliche Abklingrate der Sprache, also wie stark der Sprachpegel pro Abstandsverdopplung abnimmt.

Mit diesen fundierten Ergebnissen wissen Sie, Ihre Architekten oder Ihre Akustikbauer exakt, wo der Hebel angesetzt werden muss. Sei es bei Dröhneffekten im Tieftonbereich, bei störenden Echos oder bei mangelnder Privatsphäre im Büro.

Möchten Sie die Akustik in Ihren Räumen objektiv und herstellerneutral bewerten lassen? Kontaktieren Sie mich gerne für eine professionelle Messung.